Um zu demonstrieren, was die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehren für die Allgemeinheit leisten, führte die FFW Geigant am letzten Freitag auf dem Gelände der Firma „Bavaria Brandschutz“ einen Informationstag mit Schauübung durch. Dazu war auch die gesamte Bevölkerung eingeladen. Die Einladung stieß dabei auf großes Interesse. Um die 50 Geiganter machten sich mit ihren Floriansjüngern auf den Weg nach Waldmünchen. Dort angekommen wurden sie vom Produktionsleiter des Waldmünchner Betriebes, Helmut Windmeißer, willkommen geheißen.
Nachdem Kommandant Holger Riederer den Anwesenden den Ablauf der vom 2. Kommandant Gerhard Nagler ausgearbeiteten Übung erklärt hatte, ging es gleich in medias res. Mittels der neuesten Errungenschaft, einem „HiCafs 10“ Löscher, rückte man einem in Vollbrand stehenden PKW zu Laibe. Dieses Druckluftschaum-Feuerlöschgerät wird hauptsächlich dort eingesetzt, wo Entstehungsbrände in kürzester Zeit mit größeren Schaummengen bekämpft werden müssen. Da der Brand aber bereits zu weit fortgeschritten war, kam das Spezialstrahlrohr mit Wasser- Schaumgemisch zum Einsatz.
Nachdem so das Feuer binnen kurzer Zeit gelöscht worden war, ging es in den Schulungsraum des renommierten Herstellers von Feuerlöschern. Hier erklärte Helmut Windmeißer den interessiert Lauschenden die Entstehungsgeschichte der Feuerlöscher und deren Handhabung. So etwa die Feuerlöschfackel, im Volksmund auch „Streubüchse“ genannt, da diese ähnlich einem Salzstreuer funktionierte. Diese war mit trockenem Pulver gefüllt, welches nach dem Öffnen des Deckels in die Flammen geschleudert wurde. Nachdem der Produktionsleiter allen auch noch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und Funktionen der verschiedenen modernen Löschgeräte erläutert hatte, konnten sich diese anhand von aufgeschnittenen Mustergeräten auch plastisch ein Bild vom Funktionsprinzip der diversen Feuerlöscher, wie Festbrennstoff-, Flüssigbrennstoff-, Gas- oder Fettlöscher machen. Dabei erklärte er ihnen auch den Sinn der aufgedruckten Symbole, empfahl ihnen die Beschriftung dazu genau zu lesen und warnte ausdrücklich davor, nur zum Spaß einen Feuerlöscher auszuprobieren und sei es auch nur für eine Sekunde. Denn, wenn dieser einmal in Betrieb ist, muss er vollständig entleert werden, da die Ventile verstopfen und das Löschgerät daher bei einem Notfall nicht mehr einsatzfähig ist
Mit diesem nötigen Fachwissen ausgerüstet waren dann alle gut vorbereitet für das absolute Highlight des Tages: Die Löschvorführungen im Freigelände des Betriebes. Staunend sahen die Zuschauer wie der Fachmann der Firma „Bavaria Brandschutz“, Thomas Vogl, in wenigen Sekunden meterhohe Flammenwände zum erlöschen brachte. Egal, ob ein Stapel Paletten, Öl oder andere brennbare Flüssigkeiten, sowie ein Motorbrand, alles wurde angezündet und in Nullkommanix gelöscht. Speziell auf Motorbränden eingehend erläuterte Helmut Windmeißer, dass diese eher von unten gelöscht werden sollten. Nach Möglichkeit sollte die Motorhaube geöffnet oder zumindest entriegelt werden (Arbeitshandschuhe!!). Es kommt dadurch zwar mehr Sauerstoff zum Brandherd, aber auch das Pulver des Feuerlöschers. Wichtig ist, überhaupt einen Feuerlöscher im Fahrzeug mitzuführen und ihn richtig und rechtzeitig anzuwenden erklärt Windmeißer.
Bis sich ein beginnender Pkw-Brand zu einem Vollbrand entwickelt, dauert es oft nur wenige Minuten. In dieser Zeit kann man mit einem Feuerlöscher schlimmere Schäden noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr verhindern. Oder sogar Leben retten. Ideal ist ein Pulverlöscher für die Brandklassen A, B, C, mit einem Mindestfüllgewicht von zwei Kilogramm. Der Feuerlöscher sollte nicht im Kofferraum mitgeführt werden, da dieser nach Auffahrunfällen nicht zugänglich ist. Nach diesen teils spektakulären Vorführungen und lehrreichen Hinweisen waren alle „Feuer und Flamme“ von dem Erlebten, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Zum Schluss bedankte sich die Geiganter Feuerwehr bei Produktionsleiter Helmut Windmeißer und „Löschmeister“ Thomas Vogl mit einem kleinen Geschenk.